Kohlenhydratstoffwechsel

Kohlenhydratstoffwechsel

Der Kohlenhydratstoffwechsel

Als Stoffwechsel werden die chemischen Prozesse eines Lebewesens zur Umwandlung von Stoffen in Zwischen- und Endprodukte bezeichnet. Die Prozesse dienen dem Aufbau und der Erhaltung der Körpersubstanz sowie der Energiegewinnung. Dieser Beitrag befasst sich mit einem Teilgebiet des gesamten Stoffwechsels – dem Kohlenhydratstoffwechsel.

Als nahrungsrelevante Kohlenhydrate werden Monosaccharide (Einfachzucker), Disaccharide (Zweifachzucker) und Polysaccharide (Vielfachzucker) bezeichnet. Einfach- (z.B. Traubenzucker, Fruchtzucker) und Zweifachzucker (z.B. Kristallzucker) werden allgemein als „Zucker“ bezeichnet und sind wasserlöslich. Vielfachzucker (z.B. Stärke) sind nur schlecht oder gar nicht wasserlöslich und können nur langsamer verstoffwechselt werden. Letztere findet man vor allem in Vollkornprodukten, Reis, Nudeln und Brot.

Nach der Nahrungsaufnahme werden Kohlenhydrate hauptsächlich im Dünndarm zu Glucose verarbeitet und diese von dort in das Blut aufgenommen. Infolge der Aufnahme der Glucose im Blut wird ein Hormon, das Insulin (Masthormon), ausgeschüttet. Das Insulin ist ein „Zellöffner“, der dabei hilft, dass Glucose in den Körperzellen aufgenommen werden kann und bewirkt, dass aus der Glucose die Speicherform Glykogen hergestellt werden kann. Außerdem hemmt Insulin die Fettverbrennung und ermöglicht die Fetteinlagerung. Aufgrund der schnelleren Verwertung lassen Ein- und Zweifachzucker den Insulinspiegel i.d.R. schneller und höher ansteigen als Vielfachzucker (genauere Bewertung über den Insulin-Index).

Die im Blut verfügbare Glucose kann mit einem begrenzten Kontingent in der Leber (ca. 150 g) und in der Muskulatur (ca. 300 g) in Form von Glykogen gespeichert werden. In der Leber gespeichertes Glykogen dient dem Ausgleich des Blutzuckerspiegels und verhindert eine Unterzuckerung. Es kann aus der Leber jedoch nur wieder freigesetzt werden, wenn der Insulinspiegel niedrig ist. In der Muskulatur gespeichertes Glykogen dient als Energiequelle der Muskelarbeit.

Glucose, welches von der Leber und der Muskulatur nicht mehr aufgenommen werden kann, wird in einem Stoffwechselprozess zu Fettsäuren und anschließend zu Triacylglycerine (TAG) umgewandelt, welche abschließend zur Einlagerung in Form von Fett in den Zellen genutzt werden. Auch dieser Prozess läuft nur unter Anwesenheit des Hormons Insulin ab.

Zusammenfassung

  • Kohlenhydrate sind ein Energielieferant,
  • sie unterscheiden sich in Einfach-, Zweifach- und Vielfachzucker die unterschiedlich schnell verstoffwechselt werden können.
  • Kohlenhydrate werden in Glucose umgewandelt und zunächst vom Blut aufgenommen.
  • die Glucoseaufnahme im Blut löst die Ausschüttung des Hormons Insulin aus, welches der Zellöffnung und damit Aufnahme der Glucose dient.
  • Insulin hemmt die Fettverbrennung und ermöglicht die Fetteinlagerung.
  • der Insulin-Index gibt Auskunft über den Anstieg des Insulinspiegels, vereinfacht (aber etwas ungenauer): Ein- und Zweifachzucker haben schnelleren und größeren Einfluss auf den Insulinspiegel als Vielfachzucker.
  • Glucose kann in begrenztem Umfang in der Leber und in der Muskulatur in Form von Glykogen gespeichert werden.
  • Glucose die nicht mehr von Leber und Muskulatur aufgenommen werden kann, wird zu Fettsäuren umgewandelt und diese in Form von Fett eingelagert.

Quellen:

Beitragsbild: Von NEUROtiker – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

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